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Nur knapp entgeht
Johnny Depp einem schmackhaften Ende am Grill.
Gruselige Gestalten mit grinsenden Totenschädeln
auf dem Kopf und Halsketten aus Menschenknochen
jagen ihn durch den Dschungel. Wie der charmante
Pirat es schafft, den Kannibalen ungegart zu
entkommen, wird ab Sommer 2006 im Kino zu sehen
sein: in der zweiten Folge von „Fluch der
Karibik", die zu großen Teilen in Dominica
gedreht wurde.
Von Bernhard Grdseloff (C) 2005
Die
Karibenindianer der Insel spielen in der
Fortsetzung des Kassenschlagers aus Hollywood
eine Schlüsselrolle. Sie mimen Menschenfresser,
die den Helden Captain Sparrow erst zum
Häuptling ernennen, dann aber vorziehen,
selbigen zu verspeisen. „Um die hundert
Mitglieder unserer Gemeinde haben mitgewirkt",
sagt Irvince Auguiste, Mitglied des Stammesrates
der letzten Ureinwohner, die der Karibik den
Namen gaben. Ihren einst eigenwilligen
Speisegewohnheiten verdankt die Welt auch das
Wort „Kannibale".
Die
Maskenbildner verpassten den Indianern freilich
eine Aufmachung, die wohl selbst die wüstesten
ihrer Vorfahren in Angst und Schrecken versetzt
hätte. „Auf dem Kopf trug ich einen Totenschädel,
um den Hals eine Kette aus Wirbelknochen, um die
Hüfte einen Gürtel aus Rippen und am ganzen
Körper wurde ich bemalt", berichtet Raphael
Auguiste. Der 41-jährige gehörte zu einem
12-köpfigen Elitetrupp für Actionszenen: „Wir
mussten Johnny Depp durchs Wasser jagen und von
Klippen hängend Pfeile abschießen", sagt der
hauptberufliche Taxifahrer. Auch seine Frau, die
im Dorf Tuna einen kleinen Laden betreibt, kam
zu Star-Ehren: Sie überreicht bei der
kannibalischen „Krönungszeremonie" Johnny Depp
eine Kette aus Menschenzähnen.
Souvenirs solcher
Art – in Kunststoff, versteht sich – könnten
bald auch Touristen mit nach Hause nehmen. „Wir
planen ein kleines Kannibalendorf mit
Originalhütten aus dem Film und Führungen für
Besucher", verrät Ratsmitglied Irvince Auguiste.
Dabei hatten sich der Häuptling der Kariben und
seine Berater zu Beginn dagegen ausgesprochen,
dass Mitglieder ihre Gemeinde Menschenfresser
spielen. „Aber", räsoniert der Stammesobere,
„Johnny Depp ist ja auch kein echter Pirat, nur
weil er im Film einen spielt ..."
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Im Dienst:
Karibe Anguiste als Kannibale ... |